Julia Roppel
Malerei

Die spazierende Frau

Woman Out Walking


Claudia Scholtz



Frelsdorfermühlen nahe Bremerhaven, weite Horizonte und hohe Himmel. ... Kein Wahrzeichen der

postmodernen Industrie- und Mediengesellschaft fängt den Blick. Perfekte Projektionsfläche

für Großstadtmenschen, eine ästhetische Herausforderung für den zeitgenössischen Künstler. ...

Frelsdorf, ihr Heimatort, wurde für Julia Roppel wieder interessant, als sie als Malerin dorthin

zurückkehrte. Ähnlich wie in ihren anderen Landschaftsbildern, seien es die Autobahnbilder oder die

Landschaftsüberblicke, spielt sie dieses älteste aller Motive, das sich erst im 17. und 18. Jahrhundert

zu einem eigenen Genre emanzipiert hat, in immer wieder neuen Facetten durch, idealisiert,

reduziert, interpretiert und kombiniert mit Erfindung und Erinnerung und gewinnt ihm

dadurch neue Aspekte ab. ...

 Erinnerungen an gemeinsame Spaziergänge, an das besondere Licht im Norden, wie man es sonst aus der frühen niederländischen, aus der belgischen und auch der dänischen Malerei des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende kennt, auch von Lovis Corinth, Feste des Seins, der Verbundenheit des Menschen mit der Natur, mit der Welt und mit sich selbst.

....wenn es denn eine Landschaft ist, und nicht vielmehr die Liberalisierung der Landschaft hin zu einem abstrakten Kunstwerk.


Frelsdorfermühlen near Bremerhaven is flat, boggy country, with a broad horizon and a soaring

expanse of sky above. ... There are notokens of postmodern industry and the media society to be seen here. It’s a perfect surface for big city types to project upon, and an aesthetic challenge for the contemporary artist. ...

Julia Roppel is a native of Frelsdorf – the place took on renewed interest for her when she

returned there as a painter. ...

Roppel explores the oldest of all motifs, which cut loose as a discrete genre in the seventeenth and eighteenth centuries, and continues to unearthnew dimensions in it, idealizing, reducing, interpreting and combining it with invention and memory,and in the process discovering fresh sides to the genre....

memories of shared walks, of the particular northern light that we know from Early Netherlandishand Belgian painting, from Danish works from the nineteenth and early twentiethcenturies, and from Lovis Corinth, celebrations of being, of the human connection with nature,with the world and with itsel. f...

 If, that is, it is still a landscape, and not the unfettering of landscape into an abstract work of art.



 (Auszug aus: Die spazierende Frau (Woman out Walking) – Die rasende Frau (The speeding Woman)von Claudia Scholtz

 aus dem Katalog „Paintings of Landescapes, Julia Roppel, 2013, KANN – Verlag, Frankfurt am Main)